Die 10 beliebtesten Studiengänge in Deutschland

Immer mehr Studenten strömen in Deutschland jährlich in die Hörsäle – seit Jahren nehmen die Zahlen an Studierenden zu. Im Wintersemester 2015/2016 waren über 2,7 Millionen Studenten an deutschen Hochschulen eingeschrieben.¹

Dies ist nicht zuletzt darin begründet, dass immer mehr Schüler das Gymnasium besuchen und ihre Schullaufbahn schließlich mit dem Abitur krönen. Diese Entwicklung mag in den Vorgaben der Politik und vereinfachten Lehrplänen begründet sein oder aber auch in dem steigenden Druck, den Eltern auf Ihre Kinder ausüben, um das Gymnasium erfolgreich zu beenden und ein Studium an einer Universität beginnen zu können.

Wie auch immer – der Konkurrenzkampf um die beliebtesten Studiengänge nimmt zu. Doch nach dem Abitur steht oftmals ein großes Fragezeichen, welcher Studiengang denn nun überhaupt der Richtige ist. Klassisch Jura oder Medizin oder doch lieber etwas Ausgefalleneres wie Byzantinistik und neugriechische Philologie?

Um im Dickicht der vielen Studiengänge etwas Klarheit zu schaffen, sind im Folgenden die 10 beliebtesten Studiengänge in Deutschland dargestellt.

 Vielleicht ist ja auch Dein zukünftiger Studiengang darin enthalten?  

Platz 10: Mathematik

Du liebst es Zahlen und Variablen durch Deinen Kopf zu wirbeln und bei der Bernoulli-Kette denkst Du nicht an ein Schmuckstück? Dann ist Mathematik vielleicht genau der richtige Studiengang für Dich.

Immerhin fast 16.000 Erstsemester entschieden sich, diesen Studiengang neu aufzunehmen – insgesamt sind momentan sogar fast 60.000 Studierende in Deutschland im Fach Mathematik eingeschrieben.

Bei den Frauen ist Mathematik als Studienfach dabei sogar etwas beliebter als bei Männern – insgesamt sind die Zahlen aber ziemlich ausgeglichen. Mathematik kann dabei als Bachelor- oder Masterstudiengang belegt werden oder aber im Rahmen eines Lehramtstudiums. Vereinzelt gibt es in an deutschen Universitäten auch noch Diplomstudiengänge.

Kein Wunder, dass Mathematik mit zu den beliebtesten Studiengängen zählt, denn komplexe Mathematik braucht man heute für fast jede technische Entwicklung.

Dementsprechend vielseitig sind auch die Berufsmöglichkeiten nach dem Studium:

  • Die Finanzindustrie (Banken und Versicherungen)
  • Unternehmen aus der IT-Branche
  • Unternehmensberatungen
  • oder auch Forschungsinstitute

sind potentielle Arbeitgeber.

Das Mathematik-Studium hat allerdings eine der höchsten Abbruchquoten überhaupt: vier von fünf Studenten schmeißen das Studium hin.

Vor Aufnahme des Studiums sollte man sich also am Besten beraten lassen, ob das Studium zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passt.

Platz 9: Erziehungswissenschaft (Pädagogik)

Erziehungswissenschaftler befassen sich keineswegs nur mit Kindern, sondern mit Bildungs- und Erziehungsprozessen, welche die gesamte Lebensspanne eines Menschen in der Gesellschaft umfassen – von der Kindheit bis zum späten Erwachsenenalter.

Je nachdem, ob man sich für ein Studium an einer Universität oder an einer Fachhochschule entscheidet, können die Studieninhalte eher methodisch/ theoretisch oder aber praktisch orientiert sein. An Fachhochschulen sind die Studiengänge auch oft schon auf einen bestimmten Teilbereich der Pädagogik spezialisiert, wie z.B. Kindheitspädagogik oder Medizinpädagogik.

An Universitäten erfolgt die Spezialisierung meist im Masterstudium, während die Bachelorstudiengänge oft auf die Grundlagen der Wissenschaft und der Pädagogik abzielen. Insgesamt ist das Studienfach Erziehungswissenschaft/ Pädagogik vor allem bei Studienanfängerinnen sehr beliebt: fast 80% der Erstsemester sind weiblich.

Die Berufsbilder nach dem Studium sind sehr vielfältig. Absolventen der Erziehungswissenschaften können beispielsweise in der Erwachsenenbildung, Personalentwicklung, Kinder- und Jugendarbeit, Mediation oder aber auch in der Forschung tätig werden.

Platz 8: Elektrotechnik/Elektronik

Robotik, elektrische Mobilität oder auch Solarenergie – die Elektrotechnik ist aus den heutigen Innovationsfeldern nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder also, dass der Studiengang Elektrotechnik/ Elektronik auf Platz acht der beliebtesten Studiengänge in Deutschland liegt. Durch die technischen Entwicklungen im Informationszeitalter wird der Studiengang häufig mit Informationstechnik kombiniert.

In der Elektrotechnik steht die Erzeugung, Regelung, Steuerung und Messung von Elektrizität im Vordergrund. Zusammen mit der Informationstechnik entstehen so spannende Anwendungsfelder wie Signal- und Nachrichtenübertragung, Verschlüsselungstechniken oder auch Automatisierungstechnik.

Wer sich für ein Studium der Elektrotechnik interessiert, sollte ein technisches Grundverständnis mitbringen und keine Abneigung gegenüber Mathematik und Physik haben: dies sind nämlich die Grundlagen des Fachs und werden in den ersten Semestern dementsprechend intensiv behandelt.

Hat man das stark analytische Studium erfolgreich beendet, dann stehen den Absolventen unzählige berufliche Türen offen:

Sowohl in der Industrie, beispielsweise in der Forschung und Entwicklung, der Produktion oder im Vertrieb, als auch in der wissenschaftlichen Forschung und sogar bei Rundfunk und Fernsehen sind Elektrotechniker gerne gesehen.

Besonders gut studieren lässt sich Elektrotechnik übrigens am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), welches im CHE Hochschulranking mit am Besten abschneidet.

Platz 7: Germanistik/Deutsch

Goethe, Schiller und Fontane scheinen noch immer eine große Anziehungskraft auf angehende Studenten auszuüben, denn bei den Studienanfängern liegt das Studium der der deutschen Sprache und Literatur auf Platz sieben der beliebtesten Studiengänge.

Im Studiengang Germanistik spielen auch kulturelle, geschichtliche und gesellschaftliche Fragestellungen eine große Rolle. Im Studium befasst man sich dabei nicht nur mit der Vergangenheit – denn das Studium umfasst auch moderne literarische Entwicklungen wie Blogs oder kontemporäre Autoren.

Wer ein Germanistik-Studium in Erwägung zieht, sollte eine Begeisterung zum intensiven Lesen von Literatur aus der Antike bis zur Gegenwart vorhanden mitbringen.

Germanisten können mit einem abgeschlossenen Studium in den Medien oder kulturellen Einrichtungen tätig werden – aber auch Quereinstiege in die Wirtschaft, wie z.B. in Unternehmensberatungen oder das Personalwesen, sind möglich.

Platz 6: Psychologie

Psychologie wird, rein statistisch gesehen, meistens von Frauen gewählt – bei den weiblichen Studienanfängern ist es insgesamt sogar das zweit beliebteste Studienfach. Im Studium geht man den Gesetzmäßigkeiten im menschlichen Verhalten und Erleben wissenschaftlich auf den Grund.

Dabei geht es keineswegs nur um die Behandlung von psychisch erkrankten Menschen, sondern genauso um die Analyse von generellen Verhaltensmustern.

Wer ein Studium der Psychologie in Erwägung zieht, sollte sich klar sein, dass das Studium stark wissenschaftlich aufgebaut ist: Mathematik, Statistik, empirische Forschung aber auch Biologie sind feste Säulen in den ersten Semestern des Studiums. Universitäten mit Spitzenpositionen im Hochschulranking sind beispielsweise die Universität Mannheim oder Bamberg.

Der Regelfall ist, einen Masterabschluss anzustreben. Wer als Psychotherapeut arbeiten will muss noch eine circa dreijährige Weiterbildung anhängen. Allerdings ergeben sich nach dem Masterabschluss auch andere interessante Berufsmöglichkeiten, wie zum Beispiel im Personalwesen oder der Konsumforschung.

Platz 5: Rechtswissenschaft

Die Vorstellung vom erhabenen Richter, dem erfolgreichen Rechtsanwalt oder knallharten Staatsanwalt zieht viele Studenten an – Rechtswissenschaften, auch Jura genannt, gehört zu den fünf beliebtesten Studiengängen in Deutschland.

Das Studium teilt sich dabei in die drei Hauptgebiete öffentliches Recht, Strafrecht und Zivilrecht auf, in welchen die Studierenden meist vorgegebene Inhalte durchlaufen und bestehen müssen, um zum Examen zugelassen zu werden.

Nach etwa 8-10 Semestern legen die Studierenden das erste Staatsexamen ab – nach einem anschließenden Referendariat von folgt dann das zweite Staatsexamen.

Wer am Ende also als „Volljurist“ bezeichnet werden will braucht einen langen Atem und viel Sitzfleisch beim Lernen: Sehr gute oder gute Noten in beiden Staatsexamen zu erzielen schaffen nur wenige Studierende. Wer dies allerdings schafft, kann nach dem Studium auf ausgezeichnete Berufsmöglichkeiten als Rechtsanwalt in Großkanzleien, Richter oder Notar mit sehr guten Einstiegsgehältern zählen.

Für den Studiengang Rechtswissenschaft genießen die Bucerius Law School Hamburg, die Universität Mannheim oder auch die Universität Bayreuth einen guten Ruf.

Platz 4: Wirtschaftswissenschaften

Im Gegensatz zur reinen Betriebswirtschaftslehre ist der Studiengang Wirtschaftswissenschaften thematisch breiter aufgestellt und beinhaltet je nach Spezialisierung große Anteile an volkswirtschaftlichen, sozialwissenschaftlichen oder auch wirtschaftsrechtlichen Inhalten.

Dies kommt bei vielen Studierenden gut an, denn immerhin liegen die Wirtschaftswissenschaften auf Platz vier der beliebtesten Studiengänge.

Während sich die Betriebswirtschaftslehre auf den Blickwinkel des Unternehmens fokussiert und dessen Handlungen optimiert, nimmt beispielsweise die Volkswirtschaftslehre eine „Vogelperspektive“ auf die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge ein und analysiert diese wissenschaftlich.

In allen wirtschaftswissenschaftlichen Richtungen spielen Mathematik, Statistik und empirische Untersuchungen eine große Rolle – ein gewisses Grundverständnis dieser Inhalte sollte also vorhanden sein. Beruflich haben die Absolventen viele Optionen: Ob Industrie, Politik oder Marktforschungsinstitute – Wirtschaftswissenschaftler werden fast überall gebraucht.

Platz 3: Informatik

Es gibt wohl kein einen Studiengang, dessen Bedeutung in den letzten 15 Jahren so stark zugenommen hat wie den der Informatik – denn Informatiker sind in jeder Organisation unabdingbar.

Mit in den Top 10: Das Informatik Studium

Dies spiegelt sich auch in der Zahl der Studienanfänger wieder: über 27.500 Erstsemester haben sich im Wintersemester 15/16 für den Studiengang Informatik entschieden – 80% davon sind männlich. Bei der Informatik geht es dabei nicht nur um Computer, wie oft angenommen wird. Vielmehr werden in diesem Studiengang Systeme zur Informationsverarbeitung aus wissenschaftlicher Sicht behandelt.

Die Studieninhalte sind dabei recht vielseitig und beinhalten Softwarearchitekturen, Datenbanken und Programmiersprachen. Mathematik und Logik sind dabei elementaren Kernbausteine der Studieninhalte – wer Informatiker werden will sollte also definitiv eine Affinität zu abstraktem und mathematischem Denken haben.

Platz 2: Maschinenbau/-wesen

Wer Maschinenbau studieren will, sollte auf jeden Fall gerne tüfteln und technisch veranlagt sein. Denn letztendlich ist es ein Ingenieurstudiengang, bei dem es um die Konstruktion, Entwicklung und den Betrieb von Maschinen und Anlagen geht.

In Universitäten wird in den ersten Semestern oft ein sehr starkes Augenmerk auf anspruchsvolle mathematische, physikalische und naturwissenschaftliche Inhalte gelegt, während die eigentlichen ingenieursbezogenen und praktischen Inhalte im späteren Bachelor- und im Masterstudium folgen.

Der Studiengang ist durch diese Bandbreite dabei durchaus abwechslungsreich und Studierende können sich in zahlreichen Feldern wie:

  • Luft- und Raumfahrt
  • Energietechnik
  • Fahrzeug- und Motorentechnik
  • Medizintechnik oder Produktionstechnik

spezialisieren.

Das Studium ist also durchaus anspruchsvoll, doch wer es schafft darf sich am Ende Maschinenbauingenieur nennen und kann im Beruf neue Dinge erfinden, welche die Welt ein Stückchen besser machen. Das scheint viele junge Menschen anzuziehen, denn Maschinenbau ist der zweit beliebteste Studiengang in Deutschland.

Platz 1: Betriebswirtschaftslehre

Der mit Abstand am häufigste gewählte und damit beliebteste Studiengang in Deutschland ist die Betriebswirtschaftslehre – kurz auch BWL genannt. Über 56.000 Erstsemester und insgesamt fast 235.000 Studierende stehen für die Beliebtheit dieses Studiengangs – dabei ist das Verhältnis zwischen Männern und Frauen sehr ausgeglichen.

Im Studium werden durchaus auch volkswirtschaftliche und wirtschaftsrechtliche Inhalte vermittelt – vor allem in Universitäten wird in den ersten Semestern auch ein starker Fokus auf Mathematik und wissenschaftliche Methoden gelegt. Im Vordergrund steht aber das Unternehmen und wie dieses zum wirtschaftlichen Erfolg geführt werden kann.

Platz 1: Das BWL Studium

Dabei spezialisieren sich die Studierenden meist in einem Fachgebiet wie strategisches Management, Marketing, Logistik, Controlling, Finanzwirtschaft, Entrepreneurship oder auch Personalwesen. In diesen Feldern wird dann meist auch der Berufseinstieg gewählt. Spitzenuniversitäten für BWL in Deutschland sind zum Beispiel Mannheim, die WHU Vallendar oder auch die TU München.

Das Fazit zur Studienwahl

Letztendlich sollte man sich nicht an anderen Studierenden orientieren, sondern den Studiengang wählen, der zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passt – denn am Ende braucht man für jedes Studium eine Menge Durchhaltevermögen.

Die hier aufgeführte Auswahl vermittelt aber schon einmal einen guten Überblick über die häufigsten gewählten und damit beliebtesten Studiengänge – wir hoffen das bringt etwas Licht in den Dschungel der Studiengänge und wünschen viel Erfolg bei der Studienwahl!

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Quelle: ¹ Statistisches Bundesamt – Bildung und Kultur Studierende an Hochschulen. Wintersemester 15/16. Fachserie 11 Reihe 4.1.

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